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Interview

12. Juni 2016

"Das ist ja das Schöne an der Eishockeywelt, man trifft sich immer wieder.“

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion
@DELoffice

Straubings neue Stürmer Kyle MacKinnon möchte sich nun auch in Europa einen Namen machen.

Kyle MacKinnon ist der erste Neuzugang im Angriff der Straubing Tigers. Der US-Boy war bisher ausschließlich in Übersee aktiv und will sich nun in Europa einen Namen machen. Im Interview beschreibt der 29-jährige seinen bisherigen Karriereverlauf, erörtert sein Verletzungspech in den letzten beiden Jahren und lässt einen exklusiven Einblick in sein Familienleben zu.

Kyle, wie bist Du zum Eishockey gekommen?
„Meine Eltern sind sehr sportlich. Demzufolge waren meine Schwester und ich viel in Bewegung und sind mit sämtlichen Sportarten in Berührung gekommen. Im Alter von vier oder fünf Jahren bin ich das erste Mal Schlittschuhlaufen gegangen. Daraufhin hat mich meine Mutter bei einem Eishockey-Training für Kinder angemeldet. Dann hat alles seinen Lauf genommen…“

Beschreibe uns Deine Zeit als Juniorenspieler.
„Ich habe im Süden von Kalifornien Junioren-Hockey gespielt. Dort ist jedoch die Anzahl an Teams und Ligen begrenzt, deshalb war ich ab meinem achten Lebensjahr sehr viel unterwegs. Wir sind quer durch die Staaten und Kanada getingelt, um gegen gute Mannschaften anzutreten. Hier habe ich einiges erlebt … (lacht).“

Wann hast Du Dich entschieden, Profi zu werden?
„Als ich 16 Jahre alt war, haben mir einige Scouts erklärt, dass ich Kalifornien verlassen muss, wenn ich Profi werden bzw. ein College-Stipendium erhalten will. Meine Heimat gilt nicht gerade als Eishockeyhochburg, daher war dieser Schritt unumgänglich. Diesen Rat habe ich befolgt und bin nach Kanada gegangen.“

Erzähle uns von den Anfängen Deiner Karriere.
„Ich hatte eine super Zeit bei den Chilliwack Chiefs in der British Columbia Hockey League (BCHL), einer Junioren-Liga in der kanadischen Provinz British Columbia. In diesem Zusammenhang habe ich auch ein Stipendium am renommierten Providence College in Rhode Island bekommen. Diese Jahre waren unglaublich schön. Vor allem, weil ich mit sagenhaften Spielern und Coaches in Berührung gekommen bin. Ob nun im eigenen Team oder bei den Gegnern.“

Im Anschluss ging es für Dich in die American Hockey League…
„…für mich persönlich ist es am College sehr gut gelaufen. In meinem letzten College-Jahr, haben mir die Providence Bruins einen Try-Out angeboten. Hier konnte ich mich beweisen und im Anschluss einen Vertrag bei den Profis unterzeichnen. Dabei realisierte ich, dass ich es zum Profi gebracht habe.“ 

2014 hattest Du bereits eine Hand am Calder Cup, dem AHL-Titel…
„2013/2014 war ein magisches Jahr, ja mein bisher bestes Karrierejahr. In St. John's hatten wir eine tolle Truppe, die Chemie innerhalb der Mannschaft war eine ganz besondere. Es war eine schmerzliche Erfahrung das Finale zu verlieren, aber insgesamt überwiegen natürlich die positiven Erinnerungen an die Saison. Mit den meisten meiner damaligen Kameraden stehe ich immer noch in Kontakt.“

Mike Hedden war damals für die Texas Stars am Puck und hat den Titel geholt. Jetzt ist er Dein Mitspieler.
“Ich bin mir sicher, dass Mike und ich über diese Zeit sprechen werden (lacht). Das ist ja das Schöne an der Eishockeywelt, man trifft sich immer wieder.“

Trauerst Du einer verpassten Chance in der NHL nach?
„Klar, will jeder Eishockeyspieler in die beste Liga der Welt, aber ich bin glücklich, dass ich mit meinem Hobby gutes Geld verdienen kann. Zudem ermöglicht es mir jetzt die Chance ein neues Land kennenzulernen.“

In den letzten beiden Jahren hast Du wenige Partien bestritten…
„Ja, das ist richtig. Ich verstehe, dass die Leute deshalb Fragen stellen. Das spricht für ein fachkundiges Publikum bzw. Umfeld. Ich hatte vorher nie große Verletzungen, nur kleine Blessuren. Vielleicht hat mich deshalb das Pech gebündelt heimgesucht.“

Kyle MacKinnon

"Ich bin ein harter Arbeiter und will zeigen, was ich kann.“

Handelt es sich um Verletzungen, die Dich nachhaltig beeinträchtigen oder gar wieder auftreten können?
„Nein, zum Glück nicht. Wie Jason Dunham schon gesagt hat, wurde ich einmal übel abgeschossen. Bei den anderen Verletzungen ist es ähnlich unglücklich gelaufen. Ich hoffe die Leute verstehen, dass ich nicht näher darauf eingehen kann. Schließlich lesen die Gegner auch mit. Nun ist seit geraumer Zeit alles wieder heil und ich bin mir sicher, dass die sprichwörtliche Seuche vorüber ist.“

Ist das Pech der letzten beiden Jahre eine zusätzliche Motivation für Dich, diesen Sommer noch härter zu arbeiten?
„Ja, denn es war schon sehr ärgerlich, keine Vielzahl an Partien bestreiten zu können. Ich bin ein harter Arbeiter und will zeigen, was ich kann.“

Gehst Du derzeit schon aufs Eis?
„Ja, ich bin schon voll im Trainingsmodus und kann es kaum erwarten in Straubing loszulegen.“

Wie würdest Du Dich als Privatperson beschreiben?
“Ich bin ein totaler Familienmensch. Meine Frau Lauren und unsere Tochter Ellis sind mein ein und alles. Für die Beiden tue ich alles und ich verbringe meine Freizeit am liebsten mit Ihnen. Vom Charakter her, bin ich ein ruhiger Typ. Hier ist es Lauren, die mich oft positiv aus der Reserve lockt (lacht).“

Welchen Hobbies gehst Du nach?
„Im Sommer spiele ich sehr viel Golf. Das ist meine Sportart Nummer zwei (lacht). Ansonsten spiele ich mit meiner Tochter und lese ihr viel vor.“

Warum hast Du Dich ausgerechnet für Deutschland entschieden?
„Eishockey in Deutschland kann meiner Karriere einen neuen, positiven Impuls geben. Ein weiterer Aspekt ist, dass ich mit meiner Familie einen neuen Teil Erde erkunden kann.“

Was hat Dir Dein Freund Jason Jaffray von den RedBulls München über Deutschland erzählt?
„Über Land und Leute nur Gutes und natürlich auch über die DEL.“

Und über die Straubing Tigers?
“Dass die Tigers nie aufgeben und immer weitermachen. Das hat er in den Playoffs ja selbst schon am eigenen Leib erfahren (lacht). Deshalb habe ich mit Jason Dunham lange und ausführlich gesprochen und dabei die Möglichkeiten ausgelotet. Am Ende sind wir uns einig geworden.”

Deine Erwartungen zur neuen Saison?
“Eine gute Runde zu spielen, viele nette Menschen kennenzulernen und dazu beizutragen, dass die Tigers erfolgreich sind.“

Quelle: www-straubing-tigers.de