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Lage der Liga

4. Oktober 2016

Die Lage der Liga: Hattricker haben Hochkonjunktur

DEL Redaktion

Von DEL Redaktion
@DELoffice

Down und Furchner treffen dreifach / Straubinger Überraschung bleibt aus / Kreutzers Rundumschlag / Petersens beeindruckende Punkteserie

Sie hätten es schaffen können, am Ende aber war die Sache zu deutlich: Die Siegesserie der Straubing Tigers riss am Wochenende. Das 1:6 in Köln begrub alle Hoffnungen, die Tabellenführung in der DEL nach dem 6. Spieltag übernehmen zu können. Ein fünfter Platz mit elf Punkten ist dennoch aller Ehren wert, schließlich stehen die Tigers nur zwei Punkte hinter Spitzenreiter EHC Red Bull München. Nach wie vor gehört Straubing zu den Überraschungsteams der Liga.

Die Haie sind nun Zweiter. Fünf verschiedene Torschützen waren für den Erfolg verantwortlich. Besonders Patrick Hager lieferte im Verbund mit Philip Gogulla und Ryan Jones eine starke Partie ab. Hager bereitete vier der sechs Treffer vor.

Das tiefste Durchatmen war bei den Iserlohn Roosters zu hören. Das 4:2 in Krefeld und der damit verbundene erste Saisonsieg waren Balsam auf die Wunden der Sauerländer. „Wie das passiert ist, interessiert mich nicht“, sagte Trainer Jari Pasanen im Anschluss und ergänzte: „Ich freue mich sehr für die Jungs, dass sie sich belohnt haben. Wir sind aber in konditioneller Hinsicht noch lange nicht da, wo wir hinwollen.“ 

IEC-Trainer Jari Pasanen über den ersten Saisonsieg

Wie das passiert ist, interessiert mich nicht

Ein großes Dankeschön ging nicht nur an Keeper Mathias Lange, sondern an Blaine Down. Der Zugang aus Straubing war mit einem Hattrick maßgeblich daran beteiligt, dass die Zähler nach Iserlohn gingen.

Apropos Hattrick: Nicht nur Patrick Reimer (Nürnberg), Jerome Flaake (München) und Blaine Down (Iserlohn) knipsten in einem Spiel dreifach. Auch hatte sich offenbar auch Sebastian Furchner einiges vorgenommen, der in Iserlohn am Freitag ebenfalls drei Buden machte und am Sonntag nochmal zwei nachlegte. Offenbar haben „Hattricker“ derzeit Hochkonjunktur. Doppelt traf auch Will Acton beim 5:4 der Wild Wings im Derby gegen Mannheim. Schwenningen freut es jedenfalls. Fünf Punkte aus den beiden Partien gegen die Top-Teams aus Köln und Mannheim sind eine Hausnummer.

Gut drauf ist noch ein anderer: Zwar konnte Nick Petersen das 2:3 nach Verlängerung bei den Grizzlys Wolfsburg nicht verhindern, dennoch steuerte der Ex-Rooster ein Tor und eine Vorlage bei. Petersen ist aktuell nicht nur DEL-Topscorer (elf Punkte), der Kanadier ist auch der einzige Spieler, der in allen sechs Partien mindestens einen Scorerpunkt verbuchen konnte. Wolfsburg feierte am Sonntag den ersten Saisonsieg auf eigenem Eis.

Dass der EHC Red Bull München die Tabellenführung übernehmen konnte, lag u.a. an einem starken Keeper Danny aus den Birken beim 2:0-Erfolg in Düsseldorf. Aber auch Mathias Niederberger zeigte eine überragende Leistung und wurde von den eigenen Fans mit Sprechchören gefeiert. Das große Thema war nach dem Match jedoch ein anderes:

DEG-Trainer Christof Kreutzer sprach das aus, was wohl viele Coaches in der DEL gern sagen würden. Es ging Kreutzer in seiner Brandrede auf der Pressekonferenz weder um die Niederlage oder die Schiedsrichter, Kreutzer monierte mehr die offenbar allgemein (viel zu) hohe Erwartungshaltung im Umfeld der Rheinländer.

„Man muss sich eines mal merken: Ich habe vor der Saison gesagt, dass wir versuchen wollen, in die Playoffs zu kommen. Nach zwei oder drei Spielen von Druck zu sprechen, von schlechten Spielen zu sprechen – da weiß ich nicht, wie ich darüber denken soll. Ich bin ein wenig enttäuscht über so etwas.“

DEG-Trainer Christof Kreutzer

Da kann man auch dem Publikum keinen Vorwurf machen. Die Leute kommen hier hin und meinen, wir müssten hier jeden aus der Halle schießen. Das ist nicht möglich.

Einmal in Rage, legte der Düsseldorfer Trainer gleich nach: „Man kann doch von den letzten beiden Jahren, in denen wir gut gespielt haben, nicht verwöhnt sein und etwas von Druck oder schlechtem Start behaupten. Da kann man auch dem Publikum keinen Vorwurf machen. Die Leute kommen hier hin und meinen, wir müssten hier jeden aus der Halle schießen. Das ist nicht möglich. Gerade bei unserem Krankenstand. Wir haben jetzt fünf verletzte Leistungsträger.“


Die Pressekonferenz nach dem Spiel in voller Länge 

Besonders bitter: Bruder Daniel Kreutzer musste mit einer schweren Schulterverletzung noch im ersten Drittel ins Krankenhaus gebracht werden.  Eine genaue Diagnose und die Ausfallzeit stehen noch aus. Christof Kreutzers Appell: „Wir müssen hier gemeinsam positiv bleiben und zusammenstehen, damit wir auch weiter erfolgreiches Eishockey in Düsseldorf spielen können.“

Derby pur: Der ERC Ingolstadt und die gastgebenden Thomas Sabo Ice Tigers haben sich einen intensiven Schlagabtausch geliefert. „Das war ein sehr hochklassiges Spiel mit hoher Intensität“, sagte ERC-Coach Tommy Samuelsson nach dem 2:0-Sieg der Ice Tigers. „Das Spiel hätte in beide Richtungen ausgehen können. Leider haben wir unsere Powerplays nicht genutzt, was man aber gerade bei Auswärtsspielen machen sollte.“

Es war ein hochklassiges Spiel, das durch zwei glänzende Torhüter seine Abrundung erhielt. Jochen Reimer (Nürnberg) und Timo Pielmeier (Ingolstadt) liefen heiß und zeigten, warum sie zu den Besten ihres Faches gehören.

Und der Neuling? „Wir haben gar kein so schlechtes Auswärtsspiel gezeigt. Der Unterschied waren die Special-Teams. Die Mannschaft muss lernen, vor dem eigenen Tor besser aufzuräumen und mehr Scheiben auf des Gegners Tor zu bringen. Wir machen viel richtig, aber hier müssen wir uns in Zukunft verbessern“, kommentierte Thomas Popiesch die 1:4-Niederlage bei den Augsburger Panthern, die auf Platz zehn verweilen.